Neue Hoffnung für Kinder mit Blutkrebs-Erkrankung


T-Zell-Leukämie: Deutsche Krebshilfe fördert internationale Studie am UKSH in Kiel mit 2,4 Millionen Euro

Kiel.
Medizinische Forschung aus Kiel gibt Kindern und Jugendlichen mit einer schwer behandelbaren Form von Blutkrebs neue Hoffnung: Die jungen Patienten mit der T‑Zell‑akuten lymphoblastischen Leukämie (T‑ALL) sollen künftig gezielter und wirksamer behandelt werden können. Das teilte das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) jetzt mit.
In einer neuen internationalen Studie wird demnach untersucht, ob ein zusätzliches Medikament die Leukämiezellen empfindlicher für Chemotherapie machen kann. So soll die Wirkung der Therapie verstärkt werden. Durchgeführt wird die Studie unter Leitung von Prof. Gunnar Cario an der Klinik für Kinderonkologie und ‑rheumatologie am UKSH in Kiel. Das Kieler Studienzentrum für Leukämie im Kindes- und Jugendalter koordiniert das Vorhaben. Dafür erhält es eine Förderung in Höhe von über 2,4 Millionen Euro durch die Deutsche Krebshilfe, hieß es.

Die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) gilt als die mit Abstand häufigste Krebserkrankung im Kindesalter. In Deutschland erkranken jährlich rund 550 bis 600 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren neu an einer ALL. Durch eine monatelange intensive Chemotherapie können heute laut UKSH etwa 90 Prozent der Betroffenen geheilt werden. Bei bestimmten Subtypen der Erkrankung wie der T‑ALL seien die Heilungschancen jedoch deutlich geringer. Das von Kiel aus koordinierte internationale Studienkonsortium umfasst mehr als 130 Studienzentren in zehn Ländern, zählt demnach als weltweit führend in der klinischen Forschung zur Therapieverbesserung bei ALL. Ziel sei eine individuell angepasste Behandlung: Während Betroffene mit sehr guter Heilungschance von einer Reduktion der Chemotherapie profitieren sollen, verfolgt die neue Studie einen anderen Ansatz. Für an Blutkrebs erkrankte Kinder und Jugendliche mit hohem Rückfallrisiko soll die Wirksamkeit der Therapie nicht durch weitere Steigerung der Chemotherapie-Dosis verbessert werden, sondern durch eine gezielte Erhöhung der Empfindlichkeit der Leukämiezellen. Genau da setzt die neue Studie an.

Laut Prof. Gunnar Cario geht es darum, den herunterregulierten Mechanismus des sogenannten programmierten Zelltods (Apoptose) wieder zu aktivieren. Ein vielversprechender Wirkstoff dafür sei das Medikament Venetoclax. „Wir sind weltweit die erste Studiengruppe, die diesen Ansatz in der Erstlinientherapie von Kindern mit ALL untersucht“, sagt Cario. Begleitend zur klinischen Studie ist ein umfangreiches internationales Forschungsprogramm geplant.
Quellenangabe: Kieler Nachrichten vom 08.01.2026, Seite 30

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